CD-Tipp 

Vier junge Streicherinnen und ein Saxophonist, alle unerhört musikalisch, die richtige Mischung Volksmusik und Kreativität, das Rezept funktionierte von Anfang an. Lacherstorfer, von Kindesbeinen an mit Schwester und Eltern auf Musikantenwochen unterwegs, zeichnet auch für einige Eigenkompositionen verantwortlich, sowie in Zusammenarbeit mit ihrem Ensemble für die meisten Arrangements.
Ohne sich von missionarischem Eifer in Sachen Volksmusikpflege verwirren zu lassen, stöberte Aufstrich im Steirischen Volksliedarchiv nach brauchbarem Material und lässt eine „Turnier-Polka“ oder einen „Schottisch[en]“ wieder aufleben. Doch das Lustprinzip siegt, ein bretonisches Stück („Manchmal in der Fruah“) oder „Vickerl“, eine luftige hommage an den Großvater von Kollegen Christian Tesak reizten die jungen Damen ebenso. Auch „Egon“, ein hier wunderbar gespielter und gesungener Schlager aus den 1960er Jahren darf nicht fehlen. Saxophonist Horst Lackinger, vom äußeren Erscheinungsbild eher groß und gewichtig – natürlich nur neben den wirklich zarten Damen gesehen-, spielt dynamisch einfühlsam mit dem Streichquartett, Julia Lacherstorfer und Elisabeth Hasenburger an den Geigen, Irene Froschauer an der Bratsche und Laura Wösch am Kontrabass. Hören Sie sich diese CD gleich morgens zum Frühstück an, sie bringt ein ungewohntes Gefühl der Leichtigkeit, sie nimmt quasi dem Tag sein Schrecken.[SuS]

Aufstrich:"Spiele"
non food factory, 2010
Extraplatte oder www.aufstrich.at

Aufstrich 2