CD-Tipp 

Seine Auftritte sind legendär: Kurt Girk, der schlanke, stets tadellos gekleidete Sänger aus Ottakring. In einer Zeit, wo musikantenfreundliche Wirtshäuser nicht mehr selbstverständlich sind, bleibt der Natursänger Girk fester Bestandteil in der Welt der Heurigen und Beisln. Kurt Girk wurde 1932 in Ottakring geboren. Durch seine Bühnenpräsenz, gepaart mit augenzwinkerndem Vorstadtcharme und unnachahmlicher Eleganz wird er als „Frank Sinatra von Ottakring“ in die Geschichte eingehen. 1953 debütierte er beim Weingartner in der Ottakringer Straße, unzählige weitere Heurigen und Wirtshäuser folgten einschließlich der Rinderhalle im Schlachthof St. Marx, wo viele Wienerliedsänger(innen) vor hunderten von begeisterten Viehtreibern unvergessliche Kostproben ihres Könnens gaben. Während die Rinderhalle nach ihrer Schließung jahrelang verfiel und erst jetzt wieder für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, hat Kurt Girk eine nahtlose und erfüllte Karriere als Sänger vorzuweisen. Ein internationales Wirken hat ihn nie interessiert, Angebote aus Japan und Übersee hat er stets ausgeschlagen, selbst außerhalb von Wien tritt er ungern auf. Sein Lebensmotto artikulierte er einmal in dem von ihm und Rudi Koschelu getexteten Lied I hab’ Hamweh nach Ottakring: „Wiener Musik, sechzehnter Hieb, die zwa g’hörn z’samm, das könnt’s ma glaub’n.“ An seinem 79. Geburtstag präsentierte wean hean 2011 eine neue CD mit dem Kurt Girk Trio (Girk, Bäuml, Koschelu) auf der „Tschaunerbühne“, der letzten originalen Stehgreifbühne – natürlich in Ottakring.[SuS]

Aus dem CD-Repertoire:
Lannermusik! (Domanig-Roll)
Zauber der Vorstadt (Korzhé)
Küssen Singen trinken (Fiebrich)
Mia san von Österreich
Solang a süffiges Tröpferl (Fiebrich)
Im alten Rathaus (Föderl)
Unterm Lindenbaum (Kölbl)
Wann am Kalvarienberg das letzte Standerl steht (Schipper)

Kurt Girk Trio : „Küssen! Singen! Trinken!“
Fischrecords 2011
erhältlich im wvlw oder www.hoanzl.at , € 15,-

Kurt Girk