| CD-Tipp |
Kraftvoll, spontan, entspannt und doch konzentriert,
so präsentiert sich das Debütalbum des gleichnamigen Streichquartetts.
Nun wissen wir genau, dass dies keine männliche Domäne sein
muss, dem Himmel sei Dank!
Programmatisch haben sich die vier jungen Damen einen Ensemblenamen angeeignet,
der keine weibliche Endung aufweist sondern einfach ausdrückt, was
sie sind: Musikanten. Freilich rückwärts gelesen, also „vadrahte
Musikanten“, sonst wär’s ja langweilig. Wer die jungen
Damen beim heurigen wean hean-Stammtisch in der 10er Marie gehört
und erlebt hat, weiß, dass bei ihren wilden Auftritten buchstäblich
die Post abgeht und von Langeweile keine Rede sein kann. Eine unwiderstehliche
Sicherheit im Klangbild und ein unerhört breites Repertoire sind
neben ihrem allerliebsten Erscheinungsbild ja nur punktlastige Nebenkategorien,
in denen sie Preise gewinnen könnten. Versuchen wir zu verstehen,
wie solch eine Power zustande kommt: Linde Gansch (Cello) und Resi Härtel
(Bratsche) sogen quasi mit der steirischen Muttermilch familiäre
Musikalität auf; ihre Eltern sorgen nach wie vor mit ihrem Ensemble
Citoller Tanzgeiger für die schnellste Tanzmusik Österreichs.
Johanna Kugler (Geige) wurde bereits als Siebenjährige von Wiens
legendärem Tanzgeiger und Volksmusik-Professor Rudi Pietsch „entdeckt“
und gefördert. Magdalena Zenz (Erste Geige) sah sich ausgiebig im
irischen Folkrevier um und sieht ihre Zukunft im Jazz, wenn sie auch klassische
Geige in Wien und Graz studiert. Wir haben da also sämtliche musikalische
Optionen offen, was sich auch im Repertoire der jungen Damen zeigt: Von
der Mozartpolka zum Jägermarsch über einen „Strauss Grauss“
bis hin zum „Obergrinser“ oder zum kroatischen „Pisi
mi“ schaffen sie ein überaus humorvolles und lustbetontes Streichquartett-
(und Gesangs-)Ouevre mit eigenen Arrangements und vielen Eigenkompositionen.
Eine „Gratwanderung“, wie sie es selber nennen, zwischen Volksmusik[en],
Jodlern, Schlagern und Postmoderne; das Ende der CD klingt dann vertraut
mit Schafsgeblöke und Muhen aus – und einem Pistolenschuss.
Wir lassen uns davon nicht abschrecken, denn wir haben ja die CD bereits
vollständig durchgehört. Und sind so begeistert, dass wir die
Scheibe unbedingt empfehlen ... [SuS]
Netnakisum: GECO [Hoanzl], Kat.-Nr. H-460
Euro 17,99, www.hoanzl.at
oder im Wiener Volksliedwerk |
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